Ziele für die pädagogische Arbeit

Mir ist besonders wichtig jedes Kind in seiner Persönlichkeit zu fördern und auf jedes Kind individuell einzugehen. Dabei liegt mir die Förderung von drei Kompetenzen besonders am Herzen.

 

Erste soziale Fähigkeiten fördern

1. Ein liebevoller und respektvoller Umgang miteinander und gegenseitige Rücksichtnahme ist für mich selbstverständlich und fließt in meiner alltäglichen Arbeit stets mit ein. Der Tag fängt für mich mit einer liebevollen Begrüßung an und ich begegne den Kindern hierbei auf Augenhöhe.                                        

Wenn ich merke, dass ein Kind beim Morgenkreis noch sehr müde ist, respektiere ich das und es muss nicht mitmachen, sondern kann sich eine andere Beschäftigung suchen oder in der Kuschelecke ein Buch lesen.

Ich gebe den Kindern die Gelegenheit, Frustrationstoleranz aufzubauen, indem sie z.B. beim Händewaschen warten müssen, bis sie an der Reihe sind. Ich vermittle dadurch, dass man Entscheidungen anderer Personen respektiert und dies durch einen liebevollen Umgang zeigen kann. Das Kind sagt Danke und Bitte, legt Spielzeug an vorhergesehene Stellen zurück, spielt leiser wenn andere Kinder schlafen, fragt nach einem anderen Spielzeug und hilft beim Alltagsgeschehen mit, z.B. den Tisch zu decken. Hierbei achte ich sehr darauf, Stereotypisierung in Bezug auf „typisch männliche oder weibliche Arbeiten im Haushalt“, zu vermeiden. Ich schaffe damit die Grundlage, dass sich die Kinder zu konfliktfähigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten entwickeln, die Entscheidungen treffen können und Verantwortung übernehmen. Dieses Ziel möchte ich primär durch mein eigenes Verhalten als Vorbild für die Kinder erreichen.

 

Selbsteinschätzung entwickeln

2. Kindgerechte Selbstständigkeit ist ein weiterer Aspekt, der mir am Herzen liegt. Einerseits lernen die Kinder durch mein positives Vorbild und durch Nachahmung. Ich stelle den Kindern Herausforderungen und gebe ihnen die nötige Zeit sich auszuprobieren, z.B. indem sie sich morgens selbst die Hausschuhe anziehen, Sitzkissen für den Morgenkreis verteilen oder die Spülmaschine ausräumen helfen. Da darf beispielsweise auch ein kleines Kind den Tisch mit einem Porzellanteller decken. Anweisungen gebe ich nur, wenn es wirklich nötig ist. Werden beispielsweise die Hausschuhe falsch herum angezogen, ist es mir nicht so wichtig das zu korrigieren, sondern die Kinder sollen dadurch erfahren, was passiert, wenn es „nicht so richtig sitzt“. Umgekehrt erleben sie auf diese Weise, etwas alleine zu können, was nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern ganz nebenbei auch noch die motorischen Fähigkeiten fördert.

So entwickeln die Kinder Selbstwahrnehmung und Selbstwertschätzung. Zusätzlich erfährt das Kind bei mir, dass es eigene Ideen umsetzten kann zum Beispiel beim Malen, Basteln oder Bauen.

Hierbei gebe ich keine Lösungsvorschläge vor, sondern warte erst mal ab, welche Ideen die Kinder von selbst haben, um diese aufzugreifen. Hier schaffe ich zudem Raum für Kreativität und Entdeckergeist.

 

Klettern, Hüpfen, Balancieren

3. Als Physiotherapeutin hat Bewegung einen besonders großen Stellenwert für mich. Mir ist wichtig, dem natürlichen Bewegungsdrang nachzukommen. Zusätzlich zu den positiven gesundheitlichen Aspekten wird bei mir die Körperwahrnehmung geschult. Grundsätzlich stelle ich sicher, dass ich den Kindern genügend Platz biete und die Bewegung durch Spielmöglichkeiten wie Schaukeln, Rutschfahrzeuge, Trampolin und Aufbau von Bewegungslandschaften unterstütze. Zudem baue ich zum Beispiel drinnen wie draußen immer wieder verschiedene Hindernissparcours aus verschiedenen Materialien so auf, dass alle teilhaben können. Hier können die Kinder klettern, hüpfen und balancieren. Den Morgenkreis gestalte ich bewusst sehr bewegungsfreudig mit Bewegungsspielen und -liedern.

Einmal pro Woche nehme ich zusätzlich mit der Tagesgruppe am Kinderturnen in Eikamp teil, welchen wir mit dem Krippenwagen ohne Probleme erreichen. Einen Platz im Tragetuch biete ich bei solchen Gelegenheiten auch an. Das Turnen wird von einer herzlichen Wald- und Erlebnispädagogin geleitet, die jede Woche einen festen sowie einen neuen Teil für uns bereit hält.

Ich kombiniere die Entwicklung motorischer Fähigkeiten auch mit Tanz und Gesang. Ganz nebenbei werden so auch musisch- künstlerische und sprachliche Kompetenzen gefördert.

Diese Ziele möchte ich vor allem mit der nötigen Zeit erreichen. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo und soll dazu auch seine Zeit erhalten.

© 2019  Anna Esser. Alle Rechte vorbehalten